Luftreinigung als zusätzliche Maßnahme zur Bekämpfung von Corona

mobile Luftreinigungsgeräte als effektive Unterstützung zur Minderung der Aerosole und zur Bekämpfung der Ausbreitung der COVID19-Pandemie

Das Thema Aerosole und deren Vermeidung bzw. Minderung wird bundes- und landesweit sowie auf den kommunalen Ebenen kontrovers diskutiert. Die Wissenschaft hat sich in der letzten Zeit zunehmend ein klareres Bild verschafft. Eine Minderung der Aerosole ist zur Bekämpfung in geschlossenen Räumen einer der wesentlichen Faktoren neben der Reduzierung der primären Kontaktinfektion.

Wissenschaftler setzen auf Luftreiniger für Schulen

So ist es mittlerweile in zahlreichen Studien nachlesbar, dass mit mobilen Luftreinigungsgeräten sehr effizient, kostengünstig und auch umweltschonend ein großer Beitrag zur Minderung der Ausbreitung des Corona-Virus und auch anderer Viren beigetragen werden kann.


Foto: Imago, Imago Images

Sehr gut erklärt wird es in dem SWR Wissen Artikel vom 07. Okober 2020.


Das Lüftungskonzept für Schulen: billig und leicht umsetzbar

In einer Studie der Universität der Bundeswehr München (Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik) heißt es auf Seite 22:

Schutzkonzepte, bei denen die indirekte Infektionsgefahr durch Raumluftreiniger oder Entkeimungsgeräte realisiert werden, haben den Vorteil, dass die Viren im Raum nach kurzer Zeit abgeschieden oder inaktiviert werden, sofern 

(1.) die Luftwechselrate pro Stunde mindestens dem sechsfachen des Raumvolumens entspricht.

(2.) 99,995% der Viren beim einmaligen Durchlauf durch das Gerät abgeschieden (mit einem Filter der Klasse H14) oder inaktiviert (mit UV-C oder Ionisation) werden und

(3.) das Gerät leise ist, so dass es auch betrieben wird. Da die Geräte die Viren in der Raumluft lokal abscheiden oder inaktivieren und dabei keine Wärmeenergie verschwenden, wie die freie Lüftung oder RLT Anlagen, können sie als energetisch effizient betrachtet werden.

Die technische Realisierung ist einfach und die Geräte sind kurzfristig in großer Stückzahl verfügbar, da sie vielfach in Deutschland hergestellt werden. Daher würde ihre Nutzung nicht nur für Sicherheit vor einer indirekten Infektion, sondern gleichzeitig auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen sorgen. Die laufenden Kosten sind aufgrund der Langlebigkeit der Filter (mehrere Jahre) gering und Wartungskosten fallen bei Geräten, die auf Filterbasis arbeiten, nicht an. Staatliche Programme sollten aufgelegt werden, um eine schnelle Ausstattung der Schulen zu ermöglichen.


Umso unerklärlicher ist es für den Autor, dass grösstenteils ein geringes Interesse auf kommunaler Ebene im Mühlenbecker Land herrscht, um den Einsatz dieser Luftreinigungsgeräte voranzubringen. Teilweise sind Bedenken wie unklare Effizienz, keine 100%ige Vermeidung, Lautstärke, Brandschutz, vermeintliche Kosten der Anschaffung und Wartung entscheidungsgebend. Selbst das Thema Arbeitssicherheit wird hier aufgeführt, was vollkommen bizarr ist. Denn ist es nicht eigentlich Aufgabe der Arbeitssicherheit, die Mitarbeiter auch vor den Gefahren des Corona Virus zu beschützen.

Sollte es nicht unsere Pflicht sein, auch wenn die Verbesserung nur bei 40 oder 50% statt bei 90% liegt, diese Chance zu ergreifen um Kinder, Jugendliche und das Personal zu schützen?
Sind wir nicht verpflichtet dem nachzukommen und jede Energie aufzuwenden, um dies zu ermöglichen?
Sollten wir nicht andere, zweitrangige Projekte hinten anstellen, um dem gerecht zu werden?

Die Antwort lautet 3x JA.

Beispielsweise geht das Kollegium der Europaschule am Fließ mit einer klaren Meinung voran und wünscht sich Luftreinigungsgeräte für die Schule! Leider ist es aber auch genau jene Schule, die aktuell leider zu 80% unter Quarantäne steht oder freiwillig zu Hause ist, um sich zu schützen. Nur noch 4 von 28 LehrerInnen stehen der Schule zur Verfügung! Aktuelle wird nur eine minimale Notbetreuung durchgeführt.

Nun kann nur gehofft werden, dass ein Umdenken erfolgt und man sich dem Thema, welches hätte schon längst angegangen werden müssen, positiv annimmt.


Mögliche geprüfte Geräte für den Einsatz in Schulen

Erfreulicherweise wurden bereits Prüfungen auf mögliche und geeignete Geräte in anderen Kommunen durchgeführt. Beispiele für geeignete Geräte siehe Abbildung.


In Glienicke/Nordbahn macht man es vor. Hier werden am 24. November 2020 in einer Sondersitzung alle Fraktionen zusammen mit dem Bürgermeister einen gemeinsamen Beschlussantrag verabschieden, um zügig zu handeln. Und man schafft sogar schon die Voraussetzung die Umsetzung durchzuführen. Man will noch in diesem Jahr die Geräte zum Einsatz bringen. Das ist ein brillantes und farbneutrales Vorgehen, wie es sich bei diesem Thema auch gehört.

Die Fraktionen CDU Mühlenbecker Land und Thorsten Friedrich / AG Mühlenbecker Land haben am 06. November 2020 einen Beschlussantrag in die Gemeindevertretung eingereicht, um mobile Luftreinigungsgeräte für Schulen, Kitas und Horte sowie den gemeindlichen Räumen anzuschaffen. Ein erster Schritt, dem sich die anderen Fraktionen gern anschließen können.

Leider wird uns Corona noch eine Weile beschäftigen und die Maßnahmen vermutlich bis weit in das kommende Jahr hineingehen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte GemeindevertreterInnen, bitte schließen Sie sich dem Antrag an und lassen Sie uns gemeinsam etwas für die Gesundheit und Prävention unserer Kinder, Jugendlichen, ErzieherInnen, LehrerInnen und Personal tun.

Es darf nicht am finanziellen scheitern, wenn es darum geht, über Gesundheit und damit auch über Leib und Leben zu urteilen.

Der kommende Haupt- und Finanzausschuss ist die beste Gelegenheit hier im Schulterschluss die ersten Geräte ( Stichwort: 80.000 € Deckung, Hauptsatzung GML §5, Abs. 2) freizugeben und die Verwaltung zu beauftragen diese unverzüglich anzuschaffen.

Eine Interkommunale Kommunikation mit Glienicke/Nordbahn führt hier sicherlich schnell zum Ziel.

Vielen Dank!

Dennis Hentschel

Hoffen wir das Beste und bleiben wir gesund!


Ihr Dennis Hentschel

Gemeindevertreter
Mühlenbecker Land